Einen Gutschein am Computer zu gestalten, ist ideal, wenn du saubere Linien, gleichmäßige Schrift oder gleich mehrere Gutscheine auf einmal willst. Du brauchst dafür keine Spezialsoftware: Eine Textverarbeitung wie Word, ein Präsentationsprogramm oder ein kostenloser Online-Editor reichen. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie es funktioniert, und worauf du beim Ausdrucken achten musst.
Wenn du lieber von Hand arbeitest, findest du die Anleitung im Ratgeber Gutschein selber machen.
Welches Programm für welchen Gutschein?
Jedes Programm hat Stärken. Die Wahl hängt davon ab, was du gestalten willst und was du schon kennst.
| Programm-Art | Stärke | Schwäche | Ideal für |
|---|---|---|---|
| Textverarbeitung (z. B. Word) | Tabellen, mehrere Gutscheine pro Seite | Freies Verschieben ist fummelig | Gutscheinhefte, Serien |
| Präsentationsprogramm | Elemente frei platzieren | Seitengröße muss angepasst werden | Einzelne, gestaltete Gutscheine |
| Online-Editor | Viele Schriften, Symbole, Vorlagen | Oft Konto nötig, Werbung für Bezahlfunktionen | Schnelle, moderne Designs |
| Bildbearbeitung | Volle Kontrolle | Lernkurve | Foto-Gutscheine |
Für die meisten reicht eine Textverarbeitung oder ein Präsentationsprogramm völlig aus.
Gutschein in Word gestalten
Mit einer Tabelle bekommst du in Word mehrere gleich große Gutscheine auf eine Seite. Diese Methode funktioniert ähnlich in anderen Textverarbeitungen.
- Neues Dokument anlegen: A4, Hochformat.
- Seitenränder einstellen: Unter Layout die Ränder auf 0,5–1 cm setzen. Prüfe, wie nah an den Rand dein Drucker drucken kann.
- Tabelle einfügen: Eine Spalte, drei Zeilen. Jede Zeile wird ein Gutschein im Format DIN lang.
- Zeilenhöhe festlegen: In den Tabelleneigenschaften die Zeilenhöhe auf „genau“ ca. 9,5 cm setzen (je nach Rändern etwas weniger als 9,9 cm).
- Rahmen anpassen: Tabellenrahmen als dünne, graue gestrichelte Linie formatieren. Das sind deine Schnittlinien.
- Inhalt einfügen: In jede Zelle Überschrift, Leistung, persönlicher Satz, Für/Von und Gültigkeit. Mit Tabulatoren setzt du „Für“ links und „Gültig bis“ rechts in dieselbe Zeile.
- Schrift wählen: Eine Schmuckschrift für die Überschrift, eine gut lesbare Schrift für den Rest.
- Probedruck: Erst auf normales Papier, dann auf den guten Karton.
Für ein Gutscheinheft nimmst du statt drei Zeilen vier Zeilen und zwei Spalten. So entstehen acht Felder im Format A7. Wie du daraus ein Heft bindest, steht im Artikel Gutscheinheft selber machen.
Gutschein im Präsentationsprogramm gestalten
Präsentationsprogramme sind oft die einfachste Lösung, weil du Textfelder, Formen und Bilder frei verschieben kannst.
- Foliengröße anpassen: Benutzerdefiniert, z. B. 21 × 9,9 cm für DIN lang oder 14,8 × 10,5 cm für A6.
- Hintergrund: Weiß lassen oder eine helle Farbe wählen. Kräftige Vollflächen verbrauchen viel Tinte.
- Textfelder anlegen: Überschrift oben, Leistung in der Mitte, Rahmendaten unten.
- Hilfslinien nutzen: Die meisten Programme zeigen beim Verschieben Ausrichtungslinien. So bleibt alles mittig.
- Formen ergänzen: Eine dünne Linie unter der Überschrift oder ein einfaches Symbol.
- Drucken: Mehrere Folien pro Seite drucken oder als PDF exportieren und dann ausdrucken.
Konkrete Aufteilungen für acht verschiedene Layouts findest du bei der Gutschein-Vorlage zum Nachbauen.
Gutschein mit einem Online-Editor gestalten
Online-Editoren bieten viele Schriften, Symbole und Hintergründe. Das ist praktisch, verführt aber auch zu überladenen Designs.
Tipps für Online-Editoren:
- Mit leerer Seite starten: Eine leere Fläche im passenden Format zwingt dich zu einem eigenen Design.
- Wenige Elemente: Eine Schrift, eine Farbe, ein Symbol.
- Exportformat: PDF für den Druck, PNG oder JPG für den digitalen Versand.
- Nutzungsbedingungen prüfen: Manche Elemente sind nur in Bezahlversionen frei nutzbar.
Schriften und Farben
Die Schrift prägt den Charakter des Gutscheins stärker als jede Deko.
- Überschrift: Eine Schreibschrift wirkt persönlich, eine fette serifenlose Schrift modern, eine Serifenschrift klassisch.
- Fließtext: Eine schlichte, gut lesbare Schrift in 12–16 pt.
- Höchstens zwei Schriften pro Gutschein.
- Farbe: Schwarz oder Dunkelgrau für den Text, eine Akzentfarbe für Überschrift und Linien.
Für Großeltern lohnt eine etwas größere Schrift und starker Kontrast. Mehr dazu im Artikel Gutschein für Oma und Opa.
Richtig ausdrucken
Der beste Entwurf nützt nichts, wenn der Druck misslingt. Diese Punkte helfen.
| Problem | Lösung |
|---|---|
| Drucker zieht dickes Papier nicht ein | Manuellen Einzug nutzen, Papierstärke laut Anleitung prüfen |
| Ränder fehlen | Seitenränder vergrößern, kein randloser Druck |
| Farben wirken blass | Papierart in den Druckeinstellungen anpassen |
| Tinte verschmiert | Kurz trocknen lassen, mattes Papier verwenden |
| Schnitt ist schief | Papierschneider oder Cutter mit Metalllineal |
Wenn du keinen geeigneten Drucker hast, kannst du die PDF-Datei auch in einem Copyshop auf festes Papier drucken lassen.
Digitaler Gutschein: wenn es schnell gehen muss
Manchmal ist ein digitaler Gutschein die beste Lösung, etwa wenn die Person weit weg wohnt oder der Anlass schon heute ist. Gestalte ihn genauso sorgfältig wie einen gedruckten, exportiere ihn als Bild und schicke ihn mit einem persönlichen Text.
Ein guter Begleittext:
„Alles Gute zum Geburtstag! Dein Geschenk kommt nicht per Post, aber dafür bald persönlich: Im Anhang findest du deinen Gutschein. Sag mir, wann du Zeit hast.“
Für weitere Formulierungen schau in die Gutschein-Texte.
Mehrere Gutscheine auf einmal erstellen
Wenn du mehrere Gutscheine brauchst, etwa für ein Gutscheinheft, für alle Enkel oder für ein Team, spart der Computer viel Zeit.
- Ein Muster, viele Inhalte: Gestalte den ersten Gutschein komplett, kopiere ihn und ändere nur den Text.
- Nummerieren: Bei Gutscheinheften hilft eine Nummer pro Seite („3 von 10“).
- Serienbrief-Funktion: Viele Textverarbeitungen können Namen aus einer Liste automatisch einsetzen. Das lohnt sich ab etwa zehn Gutscheinen.
- Schnittmarken: Setze an den Ecken kleine Linien, damit du nach dem Druck gerade schneiden kannst.
Achte darauf, dass jeder Gutschein trotzdem eine persönliche Zeile bekommt. Auch bei Serien-Gutscheinen wirkt ein individueller Satz mehr als ein identischer Text für alle.
Typische Fehler am Computer
- Zu viele Effekte: Schatten, Verläufe und fünf Schriften wirken schnell billig.
- Clipart aus der Bildersuche: Wirkt beliebig und ist oft nicht frei nutzbar. Lieber ein schlichtes Symbol oder ein eigenes Foto.
- Kein Probedruck: Farben und Größen sehen auf Papier anders aus als am Bildschirm.
- Nichts Handgeschriebenes: Ergänze wenigstens die Unterschrift von Hand. Das macht den Unterschied zwischen persönlich und formell.
Wenn du lieber mit Schere und Kleber arbeitest, findest du Ideen unter Gutschein basteln.
Häufige Fragen
- Wie erstelle ich einen Gutschein in Word?
- Lege ein A4-Dokument an, füge eine Tabelle mit drei Zeilen und einer Spalte ein und stelle jede Zeile auf ca. 9,9 cm Höhe. In jede Zelle kommt ein Gutschein im Format DIN lang. Mit Textfeldern, Schriftgrößen und einer Akzentfarbe gestaltest du die Inhalte.
- Welches Programm eignet sich am besten für Gutscheine?
- Präsentationsprogramme sind oft am einfachsten, weil du Elemente frei verschieben kannst. Textverarbeitungen eignen sich für mehrere Gutscheine pro Seite mit Tabellen. Online-Editoren bieten viele Schriften und Symbole, verlangen aber oft ein Konto.
- Auf welches Papier drucke ich einen Gutschein?
- Am besten auf mattes Papier mit 160 bis 250 g/m², je nachdem, was dein Drucker schafft. Schau in die Anleitung des Druckers und stelle beim Drucken die Papierart auf „dickes Papier“ oder „Karton“ um.
- Kann ich einen Gutschein am Handy gestalten?
- Ja, viele Online-Editoren und Präsentations-Apps funktionieren auch auf dem Handy. Für einen digitalen Gutschein, den du per Nachricht verschickst, ist das sogar die einfachste Lösung.
- Wie verschicke ich einen Gutschein digital?
- Exportiere den gestalteten Gutschein als PDF oder Bild und schicke ihn per Mail oder Messenger. Ein persönlicher Begleittext ist dabei besonders wichtig, damit er nicht wie eine Werbemail wirkt.