Gutschein selber machen: Schritt für Schritt

Wie du einen Gutschein selber machst, der hochwertig aussieht: Material, Aufbau, Layout-Regeln, Schritt-für-Schritt-Anleitung und die häufigsten Fehler.

Redaktion Goodschein · Aktualisiert am

Einen Gutschein selber machen geht schneller, als die meisten denken: Mit festem Papier, einem klaren Aufbau und einem ehrlichen Text hast du in 30 Minuten etwas, das hochwertiger wirkt als jede Geschenkkarte von der Kasse. Hier erfährst du, welches Material du brauchst, wie ein gutes Layout aufgebaut ist und welche Fehler du vermeiden solltest.

Die Idee für den Gutschein hast du noch nicht? Dann schau zuerst in die Gutschein-Ideen und komm danach zurück.

Was du zum Gutschein-Selbermachen brauchst

Für einen einfachen Gutschein reichen festes Papier, ein guter Stift und eine Schere. Alles andere ist Verzierung.

Grundausstattung:

  • Fotokarton oder Kraftpapier (ca. 200–300 g/m²)
  • Fineliner oder Brush-Pen in Schwarz plus eine Akzentfarbe
  • Lineal und Bleistift für Hilfslinien
  • Schere oder besser ein Papierschneider für gerade Kanten
  • Radiergummi

Für mehr Wirkung:

  • Washi-Tape oder Stempel
  • Ein Foto, das zum Gutschein passt
  • Ein Umschlag in passender Größe
  • Eine Kordel oder ein Band

Die Kosten liegen meist bei 0–10 €, wenn du nur ein paar Bogen Papier und einen Stift kaufen musst.

Der Aufbau eines guten Gutscheins

Ein guter Gutschein folgt einer klaren Reihenfolge: oben die Überschrift, in der Mitte die Leistung, unten die Rahmendaten. So erfasst man auf einen Blick, worum es geht.

ZoneInhaltBeispiel
ObenÜberschrift„Gutschein“ oder „Für dich“
MitteLeistung, konkret„Ein Abend Pizza backen bei mir“
MittePersönlicher Satz„Weil deine Pizza-Kritik sowieso die strengste ist.“
Unten linksFür / Von„Für Jana, von Tim“
Unten rechtsGültigkeit„Einzulösen bis 31. März“

Wie du den Text formulierst, erklärt ausführlich der Ratgeber Gutschein-Texte schreiben.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Diese Anleitung funktioniert für einen klassischen Gutschein im Postkartenformat. Du kannst sie für jedes andere Format anpassen.

  1. Text schreiben: Formuliere alles auf einem Schmierzettel. Erst wenn der Text steht, geht es ans Gestalten.
  2. Format zuschneiden: Schneide ein Rechteck von etwa 15 × 10,5 cm (DIN A6) aus Fotokarton.
  3. Hilfslinien ziehen: Zieh mit Bleistift einen Rand von 1 cm und teile die Fläche grob in drei Zonen.
  4. Überschrift setzen: Schreib „Gutschein“ groß und mittig in die obere Zone, gern in der Akzentfarbe.
  5. Leistung schreiben: In die Mitte kommt die Leistung, etwas kleiner, darunter der persönliche Satz.
  6. Rahmendaten ergänzen: Unten links für wen und von wem, unten rechts die Gültigkeit.
  7. Verzieren: Ein kleines Symbol, ein Stempel oder ein Streifen Washi-Tape genügen.
  8. Hilfslinien radieren: Erst wenn die Tinte ganz trocken ist.

Wenn deine Handschrift dich nicht überzeugt, schreib nur die Überschrift von Hand und drucke den Rest. Wie das am Rechner klappt, steht im Artikel Gutschein am Computer gestalten.

Layout-Regeln, die jeden Gutschein besser machen

Ein hochwertiger Eindruck entsteht vor allem durch Weißraum und Zurückhaltung. Wer zu viel auf die Fläche packt, macht den Gutschein unruhig.

  • Maximal zwei Schriften: eine für die Überschrift, eine für den Rest.
  • Eine Akzentfarbe: Schwarz plus eine Farbe wirkt ruhiger als ein Regenbogen.
  • Rand lassen: Mindestens 1 cm rundherum, sonst wirkt alles gequetscht.
  • Linksbündig oder zentriert, nicht gemischt: Entscheide dich für eine Ausrichtung.
  • Symbol statt Clipart: Ein kleines, selbst gezeichnetes Symbol wirkt persönlicher als ein Bild aus dem Internet.

Konkrete Layouts mit Maßen findest du im Artikel Gutschein-Vorlage zum Nachbauen.

Welche Gutschein-Form passt?

Nicht jeder Gutschein muss eine flache Karte sein. Je nach Anlass und Person passt eine andere Form besser.

FormPasst zuAufwand
Flache KarteFast allem, schnell gemachtgering
KlappkarteLängeren Texten, Überraschungseffektgering bis mittel
GutscheinheftMehreren kleinen Gutscheinenmittel
Pop-up-KarteKindern, verspielten Menschenmittel bis hoch
Gutschein mit FotoGemeinsamen Erinnerungenmittel

Bastelideen für Klappkarten, Pop-up-Elemente und Gutscheine mit Kindern findest du unter Gutschein basteln. Mehrere kleine Gutscheine in einem Heft zu bündeln, erklärt der Artikel zum Gutscheinheft.

Typische Fehler beim Selbermachen

Die meisten selbst gemachten Gutscheine scheitern an denselben Kleinigkeiten. Wenn du sie vermeidest, wirkt dein Gutschein sofort durchdachter.

  1. Erst gestalten, dann texten: Dann passt der Text nicht in den Platz. Immer umgekehrt arbeiten.
  2. Dünnes Papier: Normales Druckerpapier knickt und wirkt billig.
  3. Schiefe Kanten: Mit Papierschneider oder Cutter und Lineal werden Kanten gerade.
  4. Kein Datum: Ohne Gültigkeit fehlt die Verbindlichkeit.
  5. Zu viel Deko: Glitzer, fünf Farben und drei Schriften lenken vom Inhalt ab.
  6. Last-minute mit nassem Stift: Lass Tinte und Kleber trocknen, bevor du den Gutschein in den Umschlag steckst.

Von Hand, am Computer oder gemischt?

Du musst dich nicht zwischen Handarbeit und Computer entscheiden. Jede Variante hat Stärken, und oft ist die Mischung am schönsten.

Komplett von Hand wirkt am persönlichsten. Es passt zu Menschen, die dir nahestehen, und zu allen, die Selbstgemachtes schätzen. Nachteil: Ein Schreibfehler bedeutet einen neuen Bogen Papier.

Komplett am Computer sieht sauber und gleichmäßig aus. Es eignet sich, wenn du mehrere Gutscheine brauchst, etwa für ein Heft, oder wenn du deiner Handschrift nicht traust. Wie du das mit Programmen machst, die du wahrscheinlich schon hast, erklärt der Artikel Gutschein am Computer gestalten.

Gemischt heißt: Du druckst Rahmen und Text und ergänzt Namen, Unterschrift und ein kleines Symbol von Hand. Das verbindet die Klarheit des Drucks mit einer persönlichen Note.

Gutschein mit Kindern selber machen

Kinder machen gern Gutscheine, für Eltern, Großeltern oder Geschwister. Halte es einfach: ein großes Blatt, dicke Stifte, ein vorgezeichneter Rahmen. Das Kind malt, was es verschenken will, und du hilfst beim Text. Für Ideen, was Kinder verschenken können, schau in den Ratgeber Gutscheine für Familie und Freunde.

Wie lange brauchst du?

Ein einfacher Gutschein dauert etwa 20–30 Minuten, inklusive Text. Eine Klappkarte mit Verzierung braucht eine Stunde, ein Gutscheinheft mit zehn Seiten eher einen Nachmittag. Plane am besten einen Tag Puffer ein, falls etwas schiefgeht oder du Material nachkaufen musst.

Wenn du schon weißt, für wen der Gutschein ist, helfen dir die Ratgeber nach Person weiter, etwa für Kinder oder für Paare.

Alle Ratgeber zum Thema

Häufige Fragen

Wie gestalte ich einen Gutschein selbst?
Leg zuerst den Text fest, dann das Format. Teile die Fläche in drei Zonen: Überschrift oben, Leistung und persönlicher Satz in der Mitte, Name, Datum und Gültigkeit unten. Mit festem Papier und einem Akzent in einer Farbe sieht der Gutschein schnell hochwertig aus.
Welches Papier eignet sich für Gutscheine?
Gut geeignet ist Papier mit etwa 200 bis 300 g/m², zum Beispiel Fotokarton oder Kraftpapier. Für den Drucker zu Hause prüfst du am besten, bis zu welcher Papierstärke er zuverlässig einzieht. Normales Druckerpapier wirkt schnell dünn.
Was muss auf einem selbst gemachten Gutschein stehen?
Mindestens: für wen, was genau, von wem und bis wann. Optional sind ein persönlicher Satz, Einlöse-Hinweise wie „bitte eine Woche vorher Bescheid geben“ und eine Nummer, wenn es mehrere Gutscheine gibt.
Kann ich einen Gutschein kostenlos selber machen?
Ja. Mit Papier, Stift und vielleicht einem Textverarbeitungsprogramm, das du ohnehin hast, entstehen keine Extrakosten. Auch viele Online-Editoren haben kostenlose Grundfunktionen.
Wie groß sollte ein Gutschein sein?
Bewährt haben sich DIN lang (ca. 21 × 10 cm), Postkartenformat DIN A6 und Klappkarten aus einem halbierten A4-Blatt. Kleinere Formate eignen sich für Gutscheinhefte, größere wirken schnell leer.