Ein guter Gutschein-Text sagt in wenigen Sätzen, was die Person bekommt, warum sie es von dir bekommt und wie sie es einlöst. Mehr braucht es nicht. Hier lernst du den Aufbau, bekommst Formulierungshilfen und 20 Textvorlagen, die du direkt anpassen kannst.
Für kurze Sätze und Reime fürs Kärtchen gibt es eigene Sammlungen: die Gutschein-Sprüche und die lustigen Gutschein-Texte.
Was gehört auf einen Gutschein?
Auf jeden Gutschein gehören vier Angaben: für wen, was, von wem und bis wann. Alles andere ist ein Bonus, der ihn persönlicher macht.
| Angabe | Pflicht? | Beispiel |
|---|---|---|
| Überschrift | ja | „Gutschein“, „Für dich“, „Einlösbar bei mir“ |
| Für wen | ja | „Für Lara“ |
| Leistung | ja | „Ein Abend Sushi-Rollen bei mir“ |
| Von wem | ja | „Von Ben“ |
| Gültigkeit | sehr empfohlen | „Einzulösen bis 30. Juni“ |
| Persönlicher Satz | empfohlen | „Weil du immer sagst, dass du das mal lernen willst.“ |
| Einlöse-Hinweis | optional | „Bitte eine Woche vorher Bescheid geben.“ |
| Nummer | optional | „Gutschein 3 von 10“ |
Bei gekauften Wertgutscheinen kommen der Betrag und meist eine Gutscheinnummer hinzu. Was bei der Gültigkeit gilt, erklärt der Artikel Gutschein-Gültigkeit.
Gutschein schreiben in 4 Schritten
Am leichtesten schreibst du einen Gutschein, wenn du von der Leistung aus arbeitest und den Rest danach ergänzt.
- Leistung konkret machen: Aus „etwas Schönes zusammen“ wird „ein Tag Wandern auf dem Rheinsteig mit Einkehr“.
- Persönlichen Grund finden: Warum genau das? Ein Insider, ein Wunsch, eine Erinnerung.
- Deinen Teil benennen: Was übernimmst du? Planung, Fahrt, Kosten, Abwasch?
- Rahmen setzen: Frist, Vorlauf, eventuell Einschränkungen („nicht an Feiertagen“).
Ein Beispiel aus diesen vier Schritten:
„Gutschein für einen Tag auf dem Rheinsteig. Du hast letzten Sommer drei Mal gesagt, dass du da hinwillst, jetzt gibt es keine Ausrede mehr. Ich plane die Route und fahre, du suchst die Einkehr aus. Einzulösen zwischen Mai und September.“
Ton treffen: liebevoll, locker oder lustig
Der Ton sollte zu eurer Beziehung passen. Ein Gutschein für deinen Chef klingt anders als einer für deine Schwester.
- Liebevoll: für Partner*in, Eltern, enge Freunde. Ruhig, warm, persönlich.
- Locker: für Freunde, Kollegen, Geschwister. Kurz, mit Augenzwinkern.
- Lustig: für alle, mit denen du viel lachst. Übertreibung, Kleingedrucktes, Insider.
- Neutral: für Bekannte, Nachbarn, Kolleginnen. Klar und freundlich, ohne Pathos.
Für die lustige Variante gibt es viele Beispiele im Artikel Gutschein-Text lustig.
20 Gutschein-Textvorlagen zum Anpassen
Die folgenden Texte sind bewusst schlicht. Tausche Namen, Orte und Details aus, dann klingen sie nach dir.
Erlebnis
- „Gutschein für einen Tag Abenteuer. Ziel unbekannt, Turnschuhe empfohlen. Ich hole dich ab.“
- „Einmal Escape Room mit mir. Ich verspreche, dir nicht alle Rätsel wegzuschnappen.“
- „Gutschein für einen Sonnenaufgang auf dem Hausberg. Ich bringe Kaffee und Croissants mit, du nur dich.“
- „Eine Kanutour für zwei. Wer kentert, zahlt das Eis.“
Weitere Ideen und Texte für Erlebnisse findest du bei den Erlebnisgutschein-Ideen.
Essen und Genuss
- „Gutschein für ein Dreigängemenü, gekocht von mir. Du suchst das Thema aus, ich kümmere mich um den Rest, auch um den Abwasch.“
- „Frühstück ans Bett an einem Sonntag deiner Wahl. Mit frischen Brötchen und ohne Krümel-Diskussion.“
- „Einmal Essen gehen in deinem Lieblingsrestaurant. Ich reserviere, du bestellst ohne auf die Preise zu schauen.“
- „Ein Kuchen pro Monat, ein Jahr lang. Sorte nach Wunsch.“
Mehr dazu steht im Artikel Gutschein fürs Essen gehen.
Gemeinsame Zeit
- „Gutschein für einen ganzen Tag nur wir zwei. Handy aus, Plan offen.“
- „Jeden ersten Sonntag im Monat Spaziergang mit Kaffee. Dieser Gutschein läuft ein Jahr.“
- „Ein Spieleabend nach deiner Wahl. Auch wenn es wieder das Spiel ist, bei dem ich immer verliere.“
- „Ein Kinoabend: Du suchst den Film aus, ich zahle das Popcorn.“
Hilfe und Entlastung
- „Ein freier Abend für dich. Ich passe auf die Kinder auf, du machst, wonach dir ist.“
- „Gutschein für einen Samstag Hilfe. Ob Keller, Garten oder Umzugskisten, ich bringe zwei Hände und Kaffee mit.“
- „Einmal Fenster putzen, komplett. Du darfst dabei zusehen und Kommentare abgeben.“
- „Technik-Nachmittag: Handy einrichten, Fotos sichern, Passwörter sortieren. Mit Geduld, versprochen.“
Wellness und Ruhe
- „Gutschein für einen Wellnessabend zu Hause. Ich bereite alles vor, du musst nur entspannen.“
- „30 Minuten Massage, einzulösen nach jedem stressigen Arbeitstag. Fünfmal.“
- „Ein Vormittag Ruhe. Ich übernehme alles, was sonst ansteht.“
- „Einmal Ausschlafen, garantiert. Frühstück steht bereit, wenn du aufwachst.“
Formulierungen für die Gültigkeit
Eine Gültigkeit macht den Gutschein verbindlich, ohne Druck aufzubauen. Wichtig ist, dass sie freundlich klingt.
- „Einzulösen bis Ende März.“
- „Gültig, solange wir uns kennen.“ (für unbefristete, symbolische Gutscheine)
- „Einzulösen innerhalb eines Jahres, gern mit einer Woche Vorlauf.“
- „Gültig an jedem Wochenende außer zu Feiertagen.“
- „Einlösbar einmal pro Monat, ein Jahr lang.“
Eine unbefristete Formulierung ist charmant, führt aber oft dazu, dass der Gutschein liegen bleibt. Für Erlebnisse ist ein Zeitraum meist besser.
Typische Fehler im Gutschein-Text
Die häufigsten Fehler machen den Gutschein unklar oder unpersönlich.
- Zu allgemein: „Gutschein für Zeit mit mir“ sagt nicht, was passiert.
- Zu lang: Ein ganzer Brief auf dem Gutschein lässt keinen Platz für Gestaltung. Schreib lieber eine Karte dazu.
- Bedingungen, die abschrecken: „Nur unter der Woche, nicht im Sommer, nur mit drei Wochen Vorlauf“ klingt nach Kleingedrucktem.
- Kein Absender: Bei mehreren Geschenken weiß später niemand mehr, von wem der Gutschein war.
- Ein Versprechen, das du nicht halten kannst: Lieber eine kleine Leistung zuverlässig als eine große, die nie stattfindet.
Ist der Text fertig, geht es an die Gestaltung. Wie du ihn schön aufs Papier bringst, erklärt der Ratgeber Gutschein selber machen.
Alle Ratgeber zum Thema
Häufige Fragen
- Was schreibt man in einen Gutschein?
- Ein Gutschein braucht eine Überschrift, die konkrete Leistung, für wen und von wem er ist und eine Gültigkeit. Ein persönlicher Satz, warum du genau das schenkst, macht ihn besonders. Einlöse-Hinweise wie „mit einer Woche Vorlauf“ helfen bei der Planung.
- Wie formuliere ich einen Gutschein für gemeinsame Zeit?
- Nenne die Aktivität, die ungefähre Dauer und was du übernimmst. Zum Beispiel: „Gutschein für einen Nachmittag am See. Ich bringe Decke, Kuchen und Kaffee mit, du nur gute Laune.“ Eine Frist macht das Versprechen verbindlich.
- Wie schreibt man einen Gutschein zum Geburtstag?
- Verbinde den Glückwunsch mit dem Gutschein: „Alles Gute zum Geburtstag! Damit du das neue Lebensjahr gut startest, schenke ich dir …“. Danach folgt die konkrete Leistung und die Gültigkeit.
- Sollte man einen Betrag auf den Gutschein schreiben?
- Bei Erlebnis- und Zeitgutscheinen besser nicht, denn es geht um das Erlebnis, nicht um den Preis. Bei Wertgutscheinen für ein bestimmtes Geschäft ist der Betrag dagegen wichtig, damit die Person weiß, was sie ausgeben kann.
- Wie lang sollte ein Gutschein-Text sein?
- Kurz: Zwei bis vier Sätze reichen. Wer mehr sagen möchte, schreibt eine Karte dazu und hält den Gutschein selbst übersichtlich.